practicecalculus
Algebraische Funktionen

Ganzrationale Funktionen: Grad, Graph, Ableitung und Integral

Ganzrationale Funktionen (Polynomfunktionen) erklärt: Grad, Leitterm, Verhalten im Unendlichen, Nullstellen, Extrempunkte, Ableitung und Integral.

Algebraische Funktionen Aktualisiert 3 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

f(x) = a_n x^n + a_{n-1} x^{n-1} + \cdots + a_1 x + a_0
Definitionsbereich
(-\infty, \infty)
Ableitung
na_nx^{n-1} + (n-1)a_{n-1}x^{n-2} + \cdots + a_1
Integral
\frac{a_n}{n+1}x^{n+1} + \cdots + \frac{a_1}{2}x^2 + a_0x + C
Stetigkeit
Überall stetig und differenzierbar
Reelle Nullstellen
Höchstens n
Extrempunkte
Höchstens n - 1
Auf dieser Seite
  1. Definition und Formel
  2. Graph eines Polynoms
  3. Wichtige Eigenschaften
  4. Ableitung eines Polynoms
  5. Integral eines Polynoms
  6. Rechenbeispiele
  7. Häufige Fehler
  8. Zusammenhänge

Eine ganzrationale Funktion (Polynomfunktion) ist eine endliche Summe von Potenzfunktionen mit natürlichen Exponenten, jeweils mit einer Konstanten multipliziert. Geraden, Parabeln und kubische Funktionen sind alles Polynome. Sie sind die angenehmsten Funktionen der Analysis: überall stetig, überall glatt, und sie werden Term für Term abgeleitet oder integriert.

Definition und Formel

f(x) = a_n x^n + a_{n-1} x^{n-1} + \cdots + a_1 x + a_0, \qquad a_n \ne 0
  • Der Grad ist n, die höchste Potenz mit einem Koeffizienten ungleich null.
  • Der Leitterm ist a_nx^n und der Leitkoeffizient ist a_n.
  • Das absolute Glied a_0 ist der y-Achsenabschnitt.

Die Exponenten müssen natürliche Zahlen 0, 1, 2, \ldots sein. Also ist x^3 - 2x ein Polynom, \sqrt{x}, \frac{1}{x} und 2^x dagegen nicht.

Grad Name Beispiel
0 konstant 5
1 linear 2x - 1
2 quadratisch x^2 + 3x
3 kubisch x^3 - 3x
4 Grad 4 (biquadratisch) x^4 - x^2

Graph eines Polynoms

Graph der kubischen Funktion y = x³ - 3x und ihrer Ableitung
Die kubische Funktion hat Extrempunkte bei x = -1 und x = 1, wo ihre Ableitung 3x^2 - 3 null ist.

Wichtige Eigenschaften

  • Überall stetig und differenzierbar. Keine Lücken, Sprünge, Knicke oder Asymptoten, daher bestimmt man jeden Grenzwert durch direktes Einsetzen.
  • Das Verhalten im Unendlichen ergibt sich allein aus dem Leitterm. Gerader Grad mit a_n > 0: beide Enden nach oben. Ungerader Grad mit a_n > 0: links nach unten, rechts nach oben. Ein negatives a_n kehrt das Bild um.
  • Nullstellen. Ein Polynom vom Grad n hat höchstens n reelle Nullstellen. Ein Polynom ungeraden Grades hat nach dem Zwischenwertsatz immer mindestens eine.
  • Extrempunkte. Höchstens n - 1, denn f' hat den Grad n - 1.

Ableitung eines Polynoms

Kombiniere die Potenzregel, die Faktorregel und die Summenregel:

f'(x) = na_nx^{n-1} + (n-1)a_{n-1}x^{n-2} + \cdots + 2a_2x + a_1

Das absolute Glied fällt weg, und der Grad sinkt um eins. Nach n + 1 Ableitungen erhält man 0.

Integral eines Polynoms

\int f(x)\,dx = \frac{a_n}{n+1}x^{n+1} + \cdots + \frac{a_1}{2}x^2 + a_0x + C

Der Grad steigt um eins. Bestimmte Integrale von Polynomen lassen sich mit dem Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung immer leicht berechnen.

Rechenbeispiele

Beispiel 1: Ableitung. \frac{d}{dx}\left(4x^5 - 2x^3 + 7x - 1\right) = 20x^4 - 6x^2 + 7.

Beispiel 2: Extrempunkte. Für f(x) = x^3 - 3x ist f'(x) = 3x^2 - 3 = 3(x-1)(x+1), und das ist null bei x = \pm 1. Dann ist f(-1) = 2 ein lokales Maximum und f(1) = -2 ein lokales Minimum.

Beispiel 3: Integral. \int (6x^2 - 4x + 3)\,dx = 2x^3 - 2x^2 + 3x + C.

Beispiel 4: bestimmtes Integral. \int_0^2 (x^3 - x)\,dx = \left[\frac{x^4}{4} - \frac{x^2}{2}\right]_0^2 = (4 - 2) - 0 = 2.

Häufige Fehler

  1. Ein Produkt ableiten, ohne auszumultiplizieren oder die Produktregel zu verwenden. \frac{d}{dx}\left[(x^2 + 1)(x - 3)\right] ist nicht 2x \cdot 1. Multipliziere zuerst aus oder verwende die Produktregel.
  2. Das absolute Glied in der Ableitung stehen lassen. \frac{d}{dx}(x^2 + 5) = 2x, nicht 2x + 5.
  3. +\,C vergessen bei unbestimmten Integralen.
  4. Das Verhalten im Unendlichen am zuerst geschriebenen Term ablesen. Entscheidend ist der Term mit dem höchsten Grad, egal wo er steht.

Zusammenhänge

Teilt man zwei Polynome durcheinander, erhält man die gebrochenrationalen Funktionen. Taylorpolynome nähern andere Funktionen durch Polynome an, und Taylorreihen führen diese Idee mit unendlich vielen Termen fort. Die Regeln hinter jedem Schritt findest du bei den Potenzfunktionen.

Jetzt üben

Summen und Konstanten

Löse echte Aufgaben zu diesem Thema mit sofortigem Feedback, Tipps und einem Schritt-für-Schritt-Lösungsweg zu jeder Antwort. Kostenlos, ohne Registrierung.

Diese Lektion üben

Häufig gestellte Fragen

Wie leitet man ein Polynom ab?

Wende die Potenzregel auf jeden Term an und addiere die Ergebnisse. Zum Beispiel ist \frac{d}{dx}(2x^3 - 5x^2 + x - 4) = 6x^2 - 10x + 1.

Wie integriert man ein Polynom?

Wende die Potenzregel rückwärts auf jeden Term an: Exponent um eins erhöhen, durch den neuen Exponenten teilen und C addieren. Zum Beispiel ist \int (3x^2 + 4x)\,dx = x^3 + 2x^2 + C.

Was bestimmt das Verhalten eines Polynoms im Unendlichen?

Für x \to \pm\infty zählt nur der Leitterm a_nx^n. Bei geradem Grad laufen beide Enden in dieselbe Richtung, bei ungeradem Grad in entgegengesetzte, und das Vorzeichen von a_n entscheidet, welche.

Sind Polynome immer stetig?

Ja. Jedes Polynom ist an jeder reellen Stelle stetig und differenzierbar, daher kann man Grenzwerte von Polynomen immer durch direktes Einsetzen bestimmen.

Wie viele Extrempunkte kann ein Polynom haben?

Ein Polynom vom Grad n hat höchstens n - 1 Extrempunkte, denn seine Ableitung hat den Grad n - 1 und damit höchstens n - 1 Nullstellen.

Geschrieben vom PracticeCalculus-Team

Wir entwickeln interaktive Analysis-Lektionen und schreiben jede Seite klar und korrekt. Ist dir ein Fehler aufgefallen? Sag uns Bescheid, dann beheben wir ihn.